Die QA-Tickets beschreiben, was geprüft wird. Dieses Dokument erklärt, warum es das Modul gibt, wo der Kunde damit arbeitet und welche Alltagssituationen am Ende funktionieren müssen.
Heute lebt das Wissen über die Entsorgungssituation an drei getrennten Orten: die Konditionen als PDF-Verträge in Ordnern und SharePoints, die Zuordnungen (welcher Partner holt welche Fraktion an welchem Standort) in Excel-Exporten aus SAP, und Behälter samt Rhythmen in einem weiteren System oder im Kopf der Mitarbeiter.
Niemand kann verlässlich in einem Schritt beantworten: Wer holt an Standort A012 den Restmüll ab, in welchem Behälter, wie oft, zu welchen Bedingungen? Die Folgen im Alltag sind Rückfragen bei Märkten, Doppelbeauftragungen, Rechnungen ohne Prüfgrundlage — und bei jedem Vertragswechsel Handarbeit über hunderte Zeilen.
Der Kontrakt ist das verzahnende Element: Er führt Partner, Geltungsbereich, Wertstoffe und Bedingungen an einer Stelle zusammen, und aus ihm entsteht die Wertstoffzuordnung. Alles, was später darauf aufbaut — Beauftragung, Freigaben, Rechnungsprüfung, Gutschriftverfahren — braucht diese eine belastbare Basis.
Ohne eindeutige Zuordnung keine korrekte Abrechnung.
Deshalb kommt in diesem Schritt die Struktur zuerst und das Geld später. Der Kunde bekommt zunächst Transparenz und Pflegbarkeit — nicht Automatisierung.
Standort (oder Standortgruppe) + Wertstoff + Zeitraum → genau ein Dienstleister.
Diese Eindeutigkeit ist der Kern des Moduls. Sie verhindert Doppelbeauftragung und macht später jede Rechnungsposition zuordenbar. Braucht ein Standort für dieselbe AVV zwei Partner, wird das über einen eigenen Wertstoff aufgelöst — nie über eine zweite konkurrierende Zuordnung.
Daraus folgt der zweite Grundsatz: Im Regelfall ist die Wertstoffzuordnung ein Ergebnis, kein Eingabeort. Sie entsteht aus dem Kontrakt. Zeilen, die aus einem Kontrakt stammen, werden im Kontrakt geändert — nicht in der Zuordnung.
Zugleich bleibt die direkte Zuordnung ohne Kontrakt möglich — nicht jeder Kunde arbeitet mit Kontrakten. Bei großen Filialkunden wird dieser Weg perspektivisch über das Rechtemanagement abgeschaltet, weil dort alles über Kontrakte laufen soll; andere Kunden brauchen ihn dauerhaft.
Kontraktsicht und Standortansicht sind zwei Türen auf dieselben Daten, keine zwei Datenbestände. Die Kontraktsicht ist die Perspektive des Konditionsmanagements (ein Partner, viele Standorte), die Standortansicht die des operativen Alltags (ein Standort, viele Partner).
QA 17 · Contract rows appear in „Wertstoff Zuordnung" · QA 18 · Conflicts: an existing assignment is never overwrittenDie Herkunft jeder Zuordnungszeile muss erkennbar sein.
Weil beide Wege existieren, ist die entscheidende Eigenschaft nicht „Kontrakt erzwingen", sondern Transparenz: Der Nutzer muss auf einen Blick sehen, ob eine Zeile aus einem Kontrakt stammt oder direkt angelegt wurde — und daraus ableiten, wo er sie ändern kann. Ohne diese Kennzeichnung sucht er an der falschen Stelle.
Für den Start beim Erstkunden sind genau drei Dinge elementar. Wenn diese drei sauber funktionieren, ist der erste Meilenstein erreicht — alles andere darf leer bleiben:
Nicht erforderlich im ersten Schritt: Preise, Dienstleistungen, Dokumentenfluss, Konditionen. Ein leeres Preisfeld ist kein Fehler, sondern 0.
Eigene Wertstoffe sind Pflicht, nicht Komfort. Für Gefahrstoff und Sperrmüll ist die AVV-Nummer im Moment der Zuordnung nicht bekannt — sie steht erst später auf der Abrechnung. Der Kunde muss trotzdem zuordnen können, über einen eigenen Wertstoff ohne AVV-Bezug. Das ist kein Sonderfall, sondern Regelbetrieb. Zugeordnet wird immer auf Ebene Wertstoff, nie auf Ebene Kategorie; Kategorien dienen der Auswertung.
Der Fachbereich findet Standorte im Alltag nur über die Standort-ID — eine kurze alphanumerische Nummer wie A012 oder B07C. Nicht über den Namen, nicht über den Ort. Wörtlich aus einem Kundentermin: „we never find the correct locations without the ID."
Status: noch nicht umgesetzt — und für den Start auch nicht kritisch. Solange die Daten über die Schnittstelle kommen, wird kaum von Hand gesucht. Perspektivisch ist es aber ein echter Betriebsfaktor: Sobald Mitarbeiter im Tagesgeschäft selbst Standorte auswählen und nachschlagen, muss die externe ID such- und sichtbar sein — im Geltungsbereich des Kontrakts, in der Standortauswahl, in der Standortansicht und in der Turnusliste. Kein Blocker, aber bitte beim Weiterbauen mitdenken, damit es später kein Umbau wird.
Heute arbeitet der Fachbereich mit einem Excel-Export aus dem Altsystem (SAP) — den Stammdaten der Filialentsorgung. Diese eine Tabelle wird künftig durch drei Ansichten ersetzt. Die Nutzer akzeptieren eine andere Optik — aber jede Information muss wiederauffindbar sein. Das ist der Maßstab, an dem der Fachbereich das Modul beurteilen wird.
| Spalte in der SAP-Tabelle | Künftig im RecyclingMonitor |
|---|---|
| Btrb | Standort — als externe Standort-ID, perspektivisch such- und sichtbar |
| Entsorgungsdienstleister | Vertragspartner am Kontrakt |
| Ort Btrb | Standort (Ort und Adresse) |
| Entsorger | Feld Entsorger — leer bedeutet: gleich Vertragspartner |
| Fraktion / Unterfraktion | Wertstoff — bei Bedarf eigener Wertstoff ohne AVV |
| Anzahl Behälter | Container am Standort: aus „2" entstehen zwei Container |
| Behältergröße, Mengeneinheit | Container: Typ, Attribut, Volumen |
| Turnus | Zyklus am Container — oder „auf Abruf" |
| Notiz | entfällt bewusst — der Kunde will das Freitextfeld loswerden |
Ein Standort, und daran alles: Wertstoffzuordnungen, Container, Zyklen. Von hier wird nachgeschlagen und in die Detailmasken abgesprungen. Die häufigste Interaktion überhaupt.
Alle Wiederholungen auf einen Blick: welcher Container wird an welchem Standort wann abgeholt. Der Kunde legt Turni an und will sie gesamthaft prüfen können.
Die Partnerperspektive: welcher Partner, welcher Geltungsbereich, welche Wertstoffe, welche Konditionen — und wann läuft der Vertrag aus.
Diese sechs Fälle machen den Großteil der täglichen Arbeit aus. Sie sind der eigentliche Prüfmaßstab: Wenn sie flüssig durchlaufen, trägt das Modul.
0 muss zulässig und von „leer" unterscheidbar sein.Diese Themen sind nicht vergessen, sondern verschoben — damit der erste Schritt schlank bleibt und der Kunde früh testen kann:
Wichtig: Das Datenmodell hält diese Themen offen. Der Dokumentenfluss je Position ist bereits angelegt, damit der Umstieg auf Gutschriften später partnerweise oder wertstoffweise möglich ist — ohne Big Bang. Genau das hat der Kunde im Termin positiv hervorgehoben.
Drei Fragen an jedes QA-Ticket, zusätzlich zur Feldprüfung:
Endet eine dieser Fragen mit Nein, ist das Ticket technisch grün und fachlich rot.